Neuer Ortsbürgermeister in Stelle / Conrad Schütte geht und kommt zurück

Im Ortsrat in Stelle (v.l.): Karl Meyer, Gerhard Schröder, Ursula Nölker, Conrad Schütte, Silvio Bittner, Albert Borchers, Jens Weymann, Hermann-Josef Kunst und Albert Rasche. /// Foto: Wilke/Kreiszeitung
Stelle (tw) • Der am 11. September neu gewählte Ortsrat von Stelle hat am Donnerstagabend in der Schießsporthalle ein neues Kapitel für die kommenden fünf Jahre aufgeschlagen. Bei der konstituierenden Sitzung, im Beisein zahlreicher Einwohner, sorgte allerdings Conrad Schütte für einen besonderen Eintrag: Er verließ aus Protest die Sitzung, als der neue Ortsbürgermeister Albert Rasche gewählt wurde.
“Aufgaben nach besten Wissen und Gewissen unparteiisch erfüllen – dem Wohle der Allgemeinheit verpflichtet”, heißt es unter anderem in der Formel: Mit Handschlag verpflichtet wurden die neu gewählten Ortsratsmitglieder von Twistringens Bürgermeister Karl Meyer und auf Amtsverschwiegenheit sowie Mitwirkungs- und Vertretungsverbot hingewiesen.
Nicht zum letzten Mal erlebten Beobachter einen heftigen Auftritt von Conrad Schütte, der in der Vergangenheit mehrfach vergeblich um den Posten des Ortsbürgermeisters gerungen hatte. Am Donnerstagabend eröffnete er als Ortsratsältester die Sitzung und beklagte sich: Im Vorfeld sei Albert Rasche (dieser holte die meisten Wählerstimmen) von dieser Zeitung schon als Favorit für den Posten ausgerufen worden. Rasche selbst betonte, er sei ebenso wie alle vom Vorbericht überrascht gewesen. Conrad Schütte: “Ich habe verscuht, für mich eine Mehrheit zu finden …” Er wolle nun gar nichts mehr davon wissen. Sprach’s und verließ die Ortsratsrunde, als man zur Wahl schritt. Unter der Leitung von Hermann-Josef Kunst, wurde Albert Rasche einmütig zum neuen Ortsratsvorsitzenden bestimmt.
Rasche er,unterte die Bevölkerung, sich gerne mit Sorgen, Nöten und Anregungen an ihn und den gesamten Ortsrat zu wenden. Im Gremium selbst wünschte sich Rasche eine “gute kollegiale und freundschaftliche Zusammenarbeit”.
Dann kehrte Schütte an den Tisch zurück. Zu gleichberechtigten Stellvertretern wurden Albert Borchers und Hermann-Josef Kunst gewählt. Rasche hatte zuvor noch Schütte als einen Stellvertreter vorgeschlagen. Aber dieser verzichtete mit der Bemerkung, er wolle doch nicht “noch eine Klatsche kriegen”.
Conrad Schütte ist schon viele Jahre Ortsratsmitglied, höchst engagiert und erfahren. Der Landwirt vom Bokelskamp zog sich nun nicht enttäuscht in die Schmollecke zurück, sondern beteiligte sich, wie ihn die Steller kennen, weiterhin rege an den Diskussionen und Beratungen, kritisierte hier, lobte da und regte auch so manches an.
Der Ortsrat braucht mehr Geld von der Stadt Twistringen. Das Ortsbudget – zur zeit noch rund 1.800 Euro – reicht bei weitem nicht aus, um alle Gräben, Wirtschaftswege und Seitenräume zu unterhalten. Bei Bürgermeister Meyer stieß der Rat auf offene Ohren. Die Stadt setzt auch 2012 mehr Geld für Gräben ein.
Fünf Jahre engagierte sich Gerhard Schröder im Ortsrat, ab Mitte der Wahlperiode auch als Ortsbürgermeister für den ausgeschiedenen Manfred Diephaus. Beide hätten sich für das Gemeinwohl eingesetzt, lobte Bürgermeister Meyer. “Wir haben häufig miteinander gesprochen und du warst sehr um das Wohl Stelles bemüht”, so Meyer schließlich an Gerhard Schröder, der zum Abschied ein Präsent erhielt.



